Fremder Schmied zu Gast

Dass Handwerksgesellen auf die Walz gehen ist ein uralter Brauch, der bis zurück in das Mittelalter reicht. In vielen Berufen waren die Wanderjahre Voraussetzung für die Erlangung des Meistertitels. Viele wissen gar nicht, dass es diese Tradition auch heute noch gibt. Heute allerdings sind die Wanderjahre freiwillig aber noch immer eine beliebte Möglichkeit, sich weiterzubilden, Kontakte zu knüpfen und die Welt zu sehen.

Wir waren schon erstaunt, als es eines Tages Ende November an der Tür klingelte und ein Wandergeselle in traditioneller Tracht mit einem Vers um Eintritt und Arbeit bat. Jona, wie der junge Schmied sich vorstellte, wurde gerne eingelassen und kurzerhand ins Team aufgenommen, rasch ein Quartier gesucht und gefunden sowie die Formalitäten und Modalitäten geklärt.

Ein Wandergeselle – so erklärte uns Jona – fährt nicht mit Bus oder Bahn; er bewegt sich zu Fuß fort oder trampt, denn die Fortbewegung darf kein Geld kosten. Im Freien Begegnungsschacht dürfen die Wandergesellen 3 Jahre und einen Tag nicht die Bannmeile rund um ihren Heimatort betreten und längstens 3 Monate an einem Fleck tätig sein.

Jona unterstützte während seiner Zeit bei uns unser Montageteam. In dieser Zeit wurden eine große Balkonanlage, Treppen, Geländer und Vordächer montiert.

Mit großem Interesse und unstillbarem Wissensdurst bereicherte er unsere Arbeit und uns. Bei den Kunden kam Jona sehr gut an; hier kam es vielfach zu Gesprächen, in denen er von seiner Wanderschaft berichten konnte.

Nach 10 Tagen, die schnell vorbeigingen, verabschiedeten wir ihn und wünschten ihm eine gute Weiterreiste zu seiner nächsten Station Richtung Erzgebirge.

Die Werkstatt der Repp GmbH steht allen Wandergesellen offen, denn wir achten die Tradition. Diese zu unterstützen gehört zur Ehre der Handwerker.

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